Wörterbuch Esperanto (Suche über Wortwurzel)

Ergebnis der Suche nach verb: 1 Datensätze mit Übereinstimmungen.


Wurzel Charakter der Wurzel Übersetzung Abb.

 verb
Siehe auch:
WWW:

[Substantiv]

verb.o — Verb, Zeitwort {Sprachwissenschaft}


Siehe auch: Unpersönliches Es unter dem Stichwort est

Hinweis:

Grammatik

Verben können folgende Markierungen tragen:

  • Infinitiv: -i
  • Imperativ: -u
  • Konditionalis: -us
  • Präsens: -as
  • Präteritum: -is
  • Futur: -os

Diesen Markierungen folgt niemals eine weitere Markierung oder ein anderes Wortteil.

Konjugation

Verben werden nur nach der Zeit (Präsens, Präteritum, Futur) oder nach dem Modus (Aussageweise: Infinitiv, Imperativ, Konditionalis), nicht nach Person und Numerus­formen flektiert.

Die Markierung -as kennzeichnet das Präsens, das sowohl

  • aktuell, jetzt stattfindend sein kann: Mi iras en la urbon. (Ich gehe in die Stadt), als auch
  • generell, zeitlos oder ohne konkreten Zeitbezug: La suno leviĝas en oriento. (Die Sonne geht im Osten auf.)

Beispiel:

  • mi estas (ich bin)
  • vi estas (du bist, auch: ihr seid); ci estas (du bist)
  • li, ŝi, ĝi estas (er, sie, es ist)
  • ni estas (wir sind)
  • vi estas (ihr seid, auch: du bist)
  • ili estas (sie sind)

Anders als im Deutschen kann das Präsens keine in der Zukunft liegende Handlung ausdrücken!


Die Markierung -is kennzeichnet das Präteritum.

Beispiel:

  • mi legis (ich las)
  • vi legis (du lasest, last, auch: ihr last); ci legis (du lasest, last)
  • li, ŝi, ĝi legis (er, sie, es las)
  • ni legis (wir lasen)
  • vi legis (ihr last, auch: du last)
  • ili legis (sie lasen)

Die Handlung ist immer abgeschlossen.


Die Markierung -os kennzeichnet das Futur.

Beispiel:

  • mi skribos (ich werde schreiben)
  • vi skribos (du wirst schreiben, auch: ihr werdet schreiben); ci skribos (du wirst schreiben)
  • li, ŝi, ĝi skribos (er, sie, es wird schreiben)
  • ni skribos (wir werden schreiben)
  • vi skribos (ihr werdet schreiben, auch: du wirst schreiben)
  • ili skribos (sie werden schreiben)

Die Markierung -u kennzeichnet den Imperativ (Befehl) und den Optativ (Wunsch, Bitte, Verlangen).

Beispiel:

  • mi iru (ich soll gehen, ich wünsche zu gehen. Lass mich gehen!)
  • vi iru!, iru! (Geh!), ci iru (Geh!, Du sollst gehen, du mögest gehen.)
  • li, ŝi, ĝi iru (er, sie es gehe, er, sie es mögen gehen, er, sie, es sollen gehen)
  • ni iru (wir sollten gehen, wir wünschen zu gehen. Lass uns gehen!)
  • vi iru!, iru! (Geht!)
  • ili iru (Sie sollen gehen. Sie mögen gehen!)

Im Nebensatz kennzeichnet die u-Form ein »geschehen sollen«.

  • Diru al ŝi, ke ŝi metu la florojn sur la tablon! (Sag ihr, dass sie die Blumen auf den Tisch stelle / stellen soll!)
  • Mi deziras, ke vi balau la ŝtuparon! (Ich möchte, dass du die Treppe fegst! / Du sollst die Treppe kehren!)

Nach por ke (Zweck, Absicht, Geschehensollen) steht immer die u-Form:

  • Rakontu tion al via patro, por ke li ordigu la aferon! (Sag das deinem Vater, damit der die Sache wieder in Ordnung bringe!)

Im Nebensatz wird eine beabsichtigte Frage ausgedrückt:

  • Skribu tiel, ke oni povu legi vian skribon! (Schreib so, dass man deine Schrift lesen kann!)

Um die richtige Aussageweise zu treffen, wandle man den Nebensatz in einen Hauptsatz:

  • La instruisto postulis, ke ni iru malrapide. / Iru malrapide!

Die Markierung -us kennzeichnet den Konditional (würde-Form, Bedingung) und den Konjunktiv (Möglichkeit), außerdem besteht eine Verwandschaft zum Optativ. Der Konditional ist ein »Modus«, eine Aussageweise, und keine Zeitform. Der Konjunktiv ist zwar ebenfalls eine Aussageweise, geht jedoch historisch auf Zeitformen des Verbs zurück. Die us-Form selbst ist immer zeitlos, sie enthält keine Information, ob die Handlung in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft geschieht. Man kann durch entsprechende Formulierungen (zum Beispiel mit hieraŭ, hodiaŭ, nun, morgaŭ) oder mit dem Hilfsverb esti + Partizip einen Zeitpunkt, -spanne festlegen.

Die Verwandschaft zum Optativ (Wunschform) zeigt im Deutschen die Frage: »Würdest du mir die Schüssel geben?« Darin kommt ein (sehr höflich formulierter) Wunsch zum Ausdruck. Im Esperanto kann man ebenso fragen: »Ĉu vi donus al mi la pelvon?« Besser ist: »Bonvolu doni al mi la pelvon.« Das ist eindeutig ein Wunsch.

Generell ist die us-Form einfacher und leichter verständlich als die entsprechenden Formen in anderen Sprachen.

Beispiel:

  • mi skribus (ich würde schreiben, ich schriebe)
  • vi skribus (du würdst schreiben, du schriebest, auch: ihr würdet schreiben, ihr schriebet); ci skribus (du würdest schreiben, du schriebest)
  • li, ŝi, ĝi skribus (er, sie, es würden schreiben, er, sie, es schriebe)
  • ni skribus (wir würden schreiben, wir schrieben = keine Vergangenheit, sondern Konjunktiv II)
  • vi skribus (ihr würdet schreiben, ihr schreibet, auch: du würdest schreiben, du schriebest)
  • ili skribus (sie würden schreiben, sie schrieben = keine Vergangenheit, sondern Konjunktiv II)

Anders als im Deutschen wird die indirekte Rede nicht mit dem Konjunktiv gebildet. Im Esperanto wird die Zeitform der direkten Rede übernommen.

  • Mia amiko diris: »Mi edziĝis.«
  • Mia amiko diris, ke li edziĝis.

Die Bildung esti + Partizip wurde in der Vergangenheit nach deutschem Vorbild sehr häufig genutzt. Weil Konjunktiv und Konditional wie bereits beschrieben zeitlos sind, sollte man auch die us-Form ohne Hilfsverb einsetzen. In der sprachlichen Praxis ist das nicht durchgängig möglich.

Bei Notwendigkeit zum Beispiel in der Literatur kann man die Aussageweise durch das Hilfsverb (also estus) ausdrücken und die konkrete Zeit durch ein Partizip (-int-, -ant-, -ont-, -it-, -at-, -ot-) festlegen.

Beispiel:

  • mi estus skribinta (ich hätte damals geschrieben, »ich wäre schreibend gewesen«)
  • vi estus skribinta (du hättest damals geschrieben)
  • li, ŝi, ĝi estus skribinta (er, sie, es hätte damals geschrieben)
  • ni estus skribinta (wir hätten damals geschrieben)
  • vi estus skribinta (ihr hättet damals geschrieben)
  • ili estus skribinta (sie hätten damals geschrieben)
Anwendungsbeispiele
(bloße Annahme) Mi venus, se mi povus. (Ich würde kommen, wenn ich könnte.)
(Nichtwirklichkeit) Se li estus du metrojn granda, tiam li povus preni la skatolon de sur la ŝranko. (Wenn er zwei Meter groß wäre, dann könnte er die Schachtel vom Schrank nehmen.)
(Wunsch) Se mi ne forgesus mian pluvimbrelon! (Wenn ich meinen Regenschirm doch nicht vergessen hätte. - In der Grammatik von Göhl finden wir noch: Se mi ne estus forgesinta …)
(höfliche Äußerung, Frage) Ĉu vi prezentus al mi la panon? (Würden Sie mir das Brot geben? - Alternativ: Bonvolu doni al mi la panon.)
(unsichere Behauptung, zweifelnde Frage, Vermutung)
    • Mi laŭte krius. (Ich möchte laut schreien.)
    • Oni opinius, ke … (Man möchte meinen, dass …)
    • Mi devus demandi (Ich hätte fragen sollen; ich müsste eigentlich fragen)
    • Ĉu ni devus fari tion? (Sollten wir das tun? Hätten wir das tun sollen?)

 

Einfache Aussage statt us-Form
Certe neniu bedaŭras la foriron de tiu fripono. (Niemand dürfte bedauern, dass der Strolch gegangen ist.)
La gastoj verŝajne jam estas ĉe la tablo. (Die Gäste dürften schon bei Tisch sein.)
Ĉu li vere estas vundita? (Sollte er wirklich verwundet sein?)
Verŝajne ŝi ne faris tion. (Das dürfte sie nicht getan haben.)

Transitivität

Es werden transitive und intransitive Verben unterschieden. Nach transitiven Verben (zum Beispiel legi, skribi) kann ein Akkusativ-Objekt folgen, nach intransitiven (zum Beispiel esti, dormi) folgt niemals ein Akkusativ-Objekt. Transitive Verben können mit dem Suffix -iĝ- in intransitive verwandelt werden, umgedreht werden intransitive Verben durch das Anfügen des Suffixes -ig- zu transitiven.

Persönliche Bemerkung:

Man kann die Diskussion zu Verben, die sowohl transitiv als auch intransitiv auftreten (zum Beispiel bati, rigardi), entschärfen, indem man Verben, die niemals mit einem Akkusativ-Objekt auftreten können, als intransitiv bezeichnet, und alle anderen als transitiv. (2024-05-09 MLe)


Typische Affixe, mit denen Verben modifiziert werden können, sind:

  • ek- kennzeichnet den Beginn oder eine nur kurze Dauer einer Handlung.
  • -ad- kennzeichnet die lange Dauer oder die häufige Wiederholung einer Handlung.
  • -ig- wandelt ein intransitives in ein transitives Verb.
  • -iĝ- wandelt ein transitives in ein intransitives Verb.

Reflexive Verben

Reflexive Verben drücken eine Handlung des Subjekts aus, die sich auf es selbst bezieht. Subjekt und Objekt des Satzes sind identisch.

Die reflexive Handlungsrichtung wird bei transitiven Verben durch ein Personalpronomen, das mit dem Subjekt übereinstimmt, als direktes Objekt ausgedrückt. In der dritten Person wird das reflexive Personalpronomen »si« benutzt.
Heiko lavas sin. (Heiko wäscht sich.)
Mi banas min. (Ich wasche mich.)
La katino purigas sin. (Die Katze putzt (wäscht) sich.)
Die reflexive Handlungsrichtung wird durch eine Wortwurzel ausgedrückt, die durch das Präfix -iĝ- in eine intransitive Verbform gebracht wurde. Der Satz darf kein direktes Objekt enthalten.
La infanoj baniĝas. (Die Kinder baden sich.)
Heiko leviĝis de sur la seĝo. (Heiko stand vom Stuhl auf / erhob sich vom Stuhl.)
La patrino sidiĝas. (Die Mutter setzt sich hin.)
Die reflexive Handlungsrichtung wird bereits durch die Wortwurzel ausgedrückt. Das Verb ist intransitiv, der Satz darf kein direktes Objekt enthalten.
Heiko ĝojas. (Heiko freut sich.)
Heiko kondutas strange. (Heiko verhält sich seltsam.)
Tio ne decas. (Das schickt sich nicht.)

Es ist zu beachten, dass intransitive Verben mit -iĝ- unterschiedliche Handlungsrichtungen ausdrücken können. -iĝ- kann sowohl einen Passiv ausdrücken als auch eine reflexive Handlungsrichtung.

La infanoj baniĝas. bedeutet:
Die Kinder werden gebadet. (Passiv) oder
Die Kinder baden sich (selbst). (reflexive Handlungsrichtung)
Alternative, eindeutige Formulierungen:
La infanoj estas banataj. (Passiv)
La infanoj banas sin. (reflexive Handlungsrichtung)

Beispiele für intransitive, reflexive Verben

Esperanto Deutsch
abstini sich enthalten
afekti sich zieren
sich unnatürlich benehmen
alterni sich abwechseln
deci sich schicken
(unpersönlich)
diferenci sich unterscheiden
enui sich langweilen
erari sich irren
evolui sich entwickeln
farti sich (wohl oder nicht wohl) fühlen
ĝoji sich freuen
honti sich schämen
kapitulaci sich ergeben
klopodi sich Mühe geben
konduti sich aufführen
sich benehmen
konspiri sich verschwören
kutimi sich gewöhnen
Ni kutimis je la reguloj de la lingvo.
(Wir haben uns an die Regeln der Sprache gewöhnt.)
kvereli sich streiten
miri sich wundern
peni sich bemühen
sich anstrengen
plendi sich beschweren
rezisti sich widersetzen
sich sträuben
ribeli sich empören
rilati sich beziehen
sopiri sich sehnen
zorgi sich kümmern
sich sorgen

Wiedergabe deutscher Hilfsverben

Nach: Göhl: Ausführliche Sprachlehre des Esperanto. ZAK Esperanto: Berlin 1973. Nachdruck.

»dürfen« kann man ausdrücken:

mit devi, bezoni:
Ni devas ne indulgi tian konduton. Wir dürfen dieses Verhalten nicht durchgehen lassen. / Wir dürfen dieses Verhalten nicht dulden.
mit estas permesite al mi, mi havas permeson, mi rajtas:
Ĉu estis permesite al mi, ke mi vizitas vin? Hätte ich Sie besuchen dürfen? (Bei Göhl §268, S. 205 steht: Ĉu estas permesite …)
Ĉu mi rajtas eniri neanoncite? Darf ich unangemeldet eintreten?
Estas (mal-)permesite al vi uzi la lifton. Du darfst den Fahrstuhl (nicht) benutzen.
Kiu vi estas, se estas permesite demandi? Wer sind Sie, wenn es erlaubt ist zu fragen?
Li rajte povas aserti, ke li plenumis sian devon. Er darf behaupten, seine Pflicht erfüllt zu haben.
Ni havas permeson por promeni. Wir dürfen spazieren gehen.
Oni ne rajtas fumi. Es darf nicht geraucht werden.
Tion vi ne rajtis fari. Das hättest du nicht tun dürfen.
mit dem Imperativ:
Li ne ĉagreniĝu pri tio. Er darf sich darüber nicht aufregen.
Tion vi senhezite kredu! Das dürfen Sie ruhig glauben!
Vi venu! Du darfst kommen! / Ihr dürft kommen!
sinngemäß:
Antaŭvideble li baldaŭ refreŝiĝos. Er dürfte sich bald erholen.
Kiu riskus diri al li la veron? Wer dürfte ihm die Wahrheit sagen?
Supozeble li malsaniĝis. Er dürfte krank geworden sein.
Tio ne estas miriga. Darüber darf man sich nicht wundern.
Tio verŝajne sufiĉas. Das dürfte genügen.

Bemerkung: Das Wort darf.i für »dürfen« hatte nur ein kurzes Intermezzo im Esperanto. Niemand kennt es mehr.

»können« kann man ausdrücken:

mit povi:
Ili ne povas ludi en la korto. Sie können nicht im Hof spielen.
Povas esti. Kann sein.
mit scipovi:
Ĉu vi scipovas la anglan lingvon? Kannst du englisch? / Können Sie englisch? / Verstehen Sie englisch?
Ŝi povas ludi ŝakon. Sie kann Schach spielen.
mit rajti:
Vi rajtas (havas permeson) foriri. Du kannst fortgehen.
mit kiel eble plej oder ajn:
Li skribis kiel eble plej bone. Er schrieb, so gut er konnte.
Mi kolektas kiom ajn. Ich sammle, so viel ich kann.
mit ebl:
manĝeblaj kaj trinkeblaj aĵoj Dinge, die gegessen und getrunken werden können
mit dem Imperativ:
Tion kredu al mi. Das kannst du mir glauben.
mit dem Infinitiv:
Kiel repagi tion? Wie kann ich das ersetzen?
sinngemäß:
Estas eble, ke tio okazos. Das kann passieren.
Mi ne havas kaŭzon por plendi. Ich kann mich nicht beklagen.
Tio ne estas mia kulpo. Dafür kann ich nichts.
Vi certe estas prava. Sie können recht haben.
Tio certe ne estas vera. Das kann nicht wahr sein.

»lassen« kann man ausdrücken:

mit lasi:
Lasu min sola! Lass mich allein!
Li lasis ĉion, kiel ĝi estis. Er ließ alles, wie es war. / Er ließ alles stehen und liegen.
Mi lasas (permesas al li) promeni. Ich lasse ihn spazieren gehen.
mit ordoni:
Li ordonis, ke ili estu mortigataj. Er ließ sie töten.
mit -ig-:
Mi deziras min razigi / esti razata. Ich möchte mich rasieren lassen.
vekigi wecken lassen
mit -ebl-, -ind-:
La vino estas trinkinda. Der Wein lässt sich trinken.
Tio estas akzeptinda. Das lässt sich hören.
Tio estas imagebla. Das lässt sich denken.
Tio ne estas malkonfesebla. Das lässt sich nicht leugnen / abstreiten.
mit dem Imperativ:
Ni iru! Lass uns gehen.

sinngemäß:

»mögen« kann man ausdrücken:

mit dem Imperativ:
Li restu sana! Möge er gesund bleiben.
Bonvolu porti la leteron al la poŝto. Mögen Sie wohl die Güte haben, den Brief zur Post zu bringen.
Li sin gardu. Er möge sich vorsehen.
mit dem Konditional:
Mi volus scii, ĉu … Ich möchte wissen, ob …
Mi preferas morti ol … Ich möchte lieber sterben als …
mit povi oder voli:
Kio tio povas esti? Was mag das sein?
Mi ne volas scii tion. Ich mag das nicht wissen.
Vi povas esto prava. Du magst recht haben.
mit ajn:
Kiel ajn bona ĝi estas Wie gut es auch sein mag, / so gut es auch sein mag
Kio ajn okazos, ni estos pretaj. Was auch geschehen mag, wir sind bereit.
mit eble:
Eble li estas prava. Er mag recht haben.
Estas eble, ke li resaniĝos. Es mag sein, dass er wieder gesund wird.
Kie li eble restadas? Wo mag er sich aufhalten?
sinngemäß:
Ĉu li volas aŭ ne Er mag wollen oder nicht
Ĉu vi ŝatas kafon? Mögen Sie / magst du Kaffee?
Mi ametas lin. Ich mag ihn.
Mi ne volas plu paroli kun li. Ich mag nicht mehr mit ihm sprechen.
Mi preferas (manĝi) panon. Ich mag lieger Brot. / Ich ziehe Brot vor.

»müssen« kann man ausdrücken:

mit dem Imperativ:
Ne diru tion! Du musst das nicht sagen!
mit dem Konditional:
Mi ne pardonus lin, se li ne pentus sian agon! Ich verzeihe ihm nicht, er müsste denn seine Taten bereuen.
mit estas necese:
Estas necese, ke ĉiuj nenecesaj elspezoj estu evitataj. Alle nicht (unbedingt) notwendigen Ausgaben müssen vermieden werden.
mit -end-:
La tasko estas plenumenda. Die Aufgabe muss erfüllt werden.
mit devi:
Ĉiu lernanto devas esti pli diligenta. Jeder Schüler muss fleißiger sein.
Mi ne devas fari tion. Ich muss das nicht tun.
sinngemäß:
Ŝajnas, ke la trajno ĵus alvenis. Der Zug muss eben angekommen sein.
Kredeble / certe / verŝajne / supozeble / sendube li malsaniĝis. Er muss krank geworden sein.
Mi tion certe jam legis. Das muss ich schon gelesen haben.
Mi ne povis ne rideti. Ich musste unwillkürlich lächeln.

»sollen« kann man ausdrücken:

mit dem Infinitiv:
Mi ne scias, kiel vin danki. Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll.
mit dem Konditional:
Kial mi aliigus tion? Warum sollte ich das ändern?
Ĉu li estus dirinta la veron? Sollte er das gesagt haben?
Se pluvas, mi ne promenus. Wenn es regnen sollte, würde ich nicht spazieren gehen.
mit dem Imperativ:
La generalo ordonis, ke la soldatoj tuj ataku. Der General hat befohlen, dass die Soldaten sofort angreifen sollen.
Mi lin demandis, kion mi faru. Ich habe ihn gefragt, was ich machen soll.
Li venu! Er soll kommen!
mit dem Partizip Futur (Das einfache Futur ist oft ausreichend):
Neniu scias, kio estas venonta. Niemand weiß, was noch kommen soll / will / wird.
mit einer einfachen Aussage:
Vi pentos pro tio. Das sollst du büßen.
sinngemäß:
Pro kio la hezito? Was soll das Zögern?
La posedanto postulas 200 000 eŭrojn por la domo. Das Haus soll 200 000 Euro kosten.

»wollen« kann man ausdrücken:

mit voli, intenci, deziri:
Kien li volas (intencas, deziras) vojaĝi? Wohin will er reisen?
mit dem Imperativ:
Bonvolu respondi mian demandon. Wollen Sie die Freundlichkeit haben, meine Frage zu beantworten.
Ke mi tuj mortu, se mi mensogas! Ich will auf der Stelle sterben, wenn ich lüge!
Ni foriru! Wir wollen gehen!
Plaĉu al Dio, ke … Wollte Gott, dass …
mit dem Paritzip Futur (-ont-, -ot-):
La vagonaro estis forveturonta. Der Zug wollte gerade abfahren.
sinngemäß:
Kion vi postulas por tio? Was willst du dafür?
laŭ Dia volo So Gott will, / Wie Gott will
Li asertas, ne esti sciinta tion. / Li asertas, ke li ne sciis tion. Er will das nicht gewusst haben.
Mi ne povas konsenti tion. Das will mir nicht in den Kopf.
Tion oni devas pripensi. Das will überlegt sein.

Kopulaverben

Kopulaverben verbinden eine Eigenschaft oder Bezeichnung mit dem Subjekt (Das ist eine sehr freie und private Definition).

  • esti: Li estas juna. Li estas instruisto.
  • estiĝi / iĝi: Li estiĝis / iĝis malsana. Li estiĝis / iĝis instruisto.
  • resti: Malgraŭ la bruo li restis atentema. Li restis timemulo dum sia tuta vivo.
  • aspekti: Li aspektas juna.

Sonderfall aspekti: Dieses Verb wird sowohl als Kopulaverb (… aspekti juna) als auch als »normales« Verb gebraucht (Li aspektas june.). In der Sprachpraxis findet man beide Formen etwa zur Hälfte. Deshalb betrachte ich beide Formen als richtig.

Ähnlich:

  • nomiĝi: Li nomiĝas Hans.
  • pruviĝi: La martelo pruviĝis taŭga rimedo por detrui la muron.

Bitte beachten:

  • Ortsbestimmungen wie hejme erzwingen immer ein Adverb als Prädikativum.

 

© Michael Lennartz 2008-2024
2024-06-15, 01:42:01 / Laufzeit: 0,055154 s
zur Startseite